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Welche Rolle spielt das Geld?

Geld war und ist ein Substitut, das dem Handel ermöglicht, den Austausch von Gütern zu vereinfachen. Der Wohlstand unserer Gesellschaft beruht auf der Arbeitsteilung und dem Austausch von Gütern, die produziert, geerntet oder der Erde in mühsamer Arbeit abgerungen wurden.

In „GRUNDSÄTZE DER VOLKSWIRTHSCHAFTSLEHRE“ (1871) schrieb Carl Menger* (Mathematiker und österreichischer Ökonom) folgendes:

 

„Das ökonomische Interesse der einzelnen wirtschaftenden Individuen führt sie demnach, bei gesteigerter Erkenntnis dieses ihres Interesses, ohne alle Übereinkunft, ohne legislativen Zwang, ja ohne alle Rücksichtnahme auf das öffentliche Interesse dazu, ihre Waren gegen andere, absatzfähigere Waren im Austausch hinzugeben, selbst wenn sie dieser letzteren für ihre unmittelbaren Gebrauchszwecke nicht bedürfen, und so tritt denn unter dem mächtigen Einfluss der Gewohnheit die allerorten mit der steigenden ökonomischen Kultur zu beobachtende Erscheinung zu Tage, dass eine gewisse Anzahl von Gütern, und zwar jene, welche mit Rücksicht auf Zeit und Ort die absatzfähigsten sind, von Jedermann im Austausche angenommen werden und deshalb auch gegen jede andere Ware umgesetzt werden können, Güter, welche unsere Vorfahren Geld nannten, [...].“ (S. 253)

Hier beschreibt Carl Menger* (Mathematiker und österreichischer Ökonom), wie im Tauschhandel das Geld von Individuen ohne jegliche Absprachen entwickelt wurde. Die Menschen haben im Laufe der Zeit angefangen, ihre eigenen Güter gegen andere Güter zu tauschen, die sie selbst gar nicht benötigten oder benutzen wollten. Dazu waren sie nur bereit, weil sie davon überzeugt waren, dass sie diese neuen Güter überall und schnell wieder zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse oder Wünsche veräussern konnten. Diese Tauschmittel mussten deshalb von einem möglichst grossen Teil der Menschen nachgefragt sein. Mit der Zeit haben die Menschen immer weniger Güter als Tauschmittel eingesetzt, da sie geneigt waren, nur diejenigen Tauschmittel zu benutzen, die die absatzfähigsten Märkte hatten. Vor etwa 1000 Jahren wurden erstmals „Geldsurrogate“ (konvertierbare Ansprüche auf die Güter, die als Tauschmittel verwendet wurden) entwickelt und als Tauschmittel verwendet, die aber am Anfang nur begehrt waren, weil sie jeder Zeit in Sachgeld konvertiert werden konnten. Heute wird jedoch fast ausschliesslich Zeichengeld („fiat money“ verwendet, das heisst ehemalige Geldsurrogate, die nie wieder in Sachgeld konvertierbar sein werden) ausgetauscht, da Regierungen nur solches als Zahlung akzeptiert und auch per Gesetz verlangen, dass all Bürger es annehmen.

 

Geld ist nur Geld, wenn es wertbeständig und somit knapp ist beziehungsweise nicht beliebig vermehrbar. Bis zum ersten Weltkrieg hatten die westlichen Länder deshalb einen Goldstandard. Dieser garantierte, dass grosse Teile des im jeweiligen Land ausgegeben Geldes mit Gold gedeckt war. Was nichts anderes bedeutet, als dass Papiergeld ein Kaufbeleg für Gold darstellte, der dem Halter dieses Scheins garantierte, ihn jederzeit beim Herausgeber wieder in Gold umzutauschen.

Auf diese Weise war es Regierungen und Banken unmöglich, durch Kreditgeldschöpfung (ohne Deckung) die Menschen mit nicht finanzierbaren (Wahl-)Versprechen zu ködern und zu kaufen.

Die Golddeckung wurde in den letzten Jahrzehnten stufenweise abgebaut. Seit 1971 befinden wir uns in einem System, das es Regierungen über die Nationalbanken ermöglicht, Geld beliebig zu vermehren.  

Da Geld kein knappes Gut mehr darstellt, wenn es beliebig vermehrt werden kann, verliert es zwangsläufig an Wert. Betrachtet man etwa die Geschichte des USD seit der Einführung der Federal Reserve Bank (US-Notenbank) 1913, erkennt man, dass die Währung in dieser Zeit über 95 % ihres Wertes verloren hat. Das macht klar, dass es seit geraumer Zeit mit der nötigen Stabilität nicht sehr weit her ist. Billiges Geld führt zwangsläufig zu Blasenbildung bei bestehendem Anlagevermögen.

Die unrealistischen hohen Bewertungen die daraus resultieren, spiegeln nur die sich aufstauende Inflation, konzentriert auf einige dieser „Vermögensklassen“ wie zum Beispiel Aktien, Immobilien, Bonds. Diese Werte sind rein virtueller Natur. Aber: Blasen haben alle das gleiche Ende, sie platzen.  

 

*Mehr zu diesem Thema von Carl Menger unter:

http://docs.mises.de/Menger/Menger_Grundsaetze.pdf (deutsch)

http://mises.org/books/origins_of_money.pdf (englisch)