26. Mai 2012

Eine kleine Sensation

 

 

ist dieser aufrüttelnde Artikel in der NZZ, der klar und verständlich die Gefahren unseres krisengeschüttelten weil durch nichts gedeckten "fiat money"-Systems umreisst. Sehr schön darin auch das von Thorsten Polleit gebrauchte Bild der Schweiz eines schönen Segelbootes, das an die Titanic gekettet sei infolge der als Euro-Stützungsmassnahme gedachten Einführung der Kursuntergrenze gegenüber dem Euro von Fr. 1.20.

 

In dieser Deutlichkeit wurden der geneigten Leserschaft in der deutschsprachigen Qualitätspresse bislang selten die Zusammenhänge erläutert und vor uns liegende ernstzunehmende Gefahren – wie sie früher schon von vermeintliches "Aussenseitern" wie Ferdinand Lips und Roland Baader in ihren Büchern analysiert wurden – offen und ungeschönt beim Namen genannt:

 

"Murray Rothbard, US-amerikanischer Ökonom und Vordenker der Libertarian Party, sah die Wurzel des Papiergeld-Übels im Federal Reserve System, das 1913 durch die Unterzeichnung der Federal Reserve Act unter dem US-Präsidenten Woodrow Wilson geschaffen wurde. Die amerikanische Wirtschaft leide unter chronischer Inflation, die von der Fed geschaffen werde, schrieb Rothbard. Es sei die Aufgabe der Fed, private Geschäftsbanken bei der Inflationierung zu unterstützen, ihnen Reserven zukommen zu lassen und sie, wenn nötig, zu retten. So hat der Dollar seit der Gründung der Fed im Jahr 1913 ungefähr 95% seines Werts verloren. Im Jahrhundert davor war die Kaufkraft des Dollars hingegen weitgehend stabil geblieben.

Die Verwendung von durch nichts gedecktem Papiergeld sorgt aus Sicht mancher Ökonomen nicht nur für Inflation, sondern auch für eine Aufblähung des Finanzsektors sowie für rasante Auf- und Abschwungs-Zyklen. Historisch gesehen haben Staaten besonders von Inflation Gebrauch gemacht, wenn sie in den Krieg gezogen sind. Dies zeigte sich in den USA etwa im Vietnamkrieg. Im Jahr 1971 erklärte Präsident Richard Nixon, dass der Dollar nicht mehr länger in Gold konvertierbar sei, und brachte so das Bretton-Woods-System und den Goldstandard zu Fall. Da Gold als «Anker» für das Geld fehlte, hätten die Zentralbanker in der Folge stärker darauf achten müssen, eine übermässige Geldmengenausweitung zu verhindern. Wie die derzeitige Entwicklung zeigt, hat dies nicht funktioniert.

Beim Blick auf die heutige Lage lässt sich argumentieren, dass aufgrund des bereits fortgeschrittenen Stadiums des Gelddruckens die Auf- und Abschwungs-Zyklen derzeit in immer kürzeren zeitlichen Abständen aufeinanderfolgen. So gab es im vergangenen Jahrzehnt mit dem Börsencrash nach dem Platzen der Internet-Blase 2000 bis 2003 und dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 innerhalb weniger Jahre zwei sehr tiefgreifende Finanzmarktkrisen. Die Rettungsaktionen der Staaten haben die Verschuldung noch stärker nach oben getrieben, und die Zentralbanken haben mit der Schaffung von noch mehr Papiergeld reagiert. Diese Entwicklung macht weitere, fundamentale Krisen wahrscheinlich."

Man kann nur hoffen, dass auch in der Schweiz – und vor allem in Bundesbern – endlich ein Umdenken in Sachen Geldpolitik einsetzt. Nicht zuletzt Thomas Jacob mit seiner das schädliche Zentralbankenmonopol ins Visier nehmenden Goldfrankeninitiative beweist, dass auch hierzulande verstärkt über Alternativen zum derzeitigen System nachgedacht wird. Ein bemerkenswerter Aufsatz von Prof. Dr. Peter Bernholz, der erst kürzlich in der NZZ erschien und eine Kombination von Franken und Gold vorschlägt, weist in eine ähnliche Richtung.   

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks

*