12. Juli 2012

 

Ronald Stöferle – Was seit dem letzten Goldreport geschah

 

 

Der 6. Spezialreport „In GOLD we TRUST“ von Ronald Stöferle ist soeben erschienen.  Die Highlights der aktuellen Ausgabe:

 

Das Fundament für neue Allzeithochs ist gelegt. Kurzfristig scheint die Saisonalität für eine weitere Seitwärtstendenz zu sprechen, ab August beginnt jedoch bereits die saisonal beste Phase. Als nächstes 12-Monats-Ziel sehen wir die Marke von USD 2.000. Wir erwarten, dass die parabolische Phase noch bevorsteht. Im Zuge dieser Trendbeschleunigung sollte zumindest unser Langfrist-Ziel von USD 2.300 erreicht werden. Einige historische Vergleiche lassen sogar deutlich höhere Preis-Sphären realistisch erscheinen.

 

Weitere Themen:

 

·         Geldmengeninflationierung unterstützt fortschreitende Remonetarisierung von Gold

·         Inflation vs. Teuerung: Begriffsverwirrung hat schwerwiegende Konsequenzen

·        Gold im Umfeld eines deflatorischen Vertrauensverlustes

·         Das größte Missverständnis im Goldsektor

·         Hohes Stock-to-flow Ratio ist die wichtigste Eigenschaft von Gold

·         Von den Vorzügen eines Goldstandards

·        Strukturelle Überschuldung spricht für weitere Aufwertung von Gold

·         Finanzrepression: die vermeintliche Zauberformel

·        Wieso Gold in Indien und China weiterhin spottbillig ist

·         Plant China einen goldgedeckten Renminbi?

·         Renaissance der Zentralbankkäufe

·         Exkurs: Interventionismus  – Wird der Goldpreis manipuliert?

·         Auf der Suche nach einem “fairen Wert” für Gold

·        Mögliche Kursziele für Gold

·         Wieso Gold (weiterhin) keine Bubble ist

·         Gold als stabilisierende Portfoliokomponente

·         Herausforderungen für den Mining-Sektor: Peak Gold und wachsender 

          Ressourcennationalismus

·         Goldaktien (weiterhin) auf historisch niedrigen Bewertungsniveaus

·         Technische Analyse des Goldpreises
 

 

 

 

 

12. Juli 2012

Konferenz der “European Students For Liberty” am 17. November in München, Deutschland

von Michael Landl

In Anbetracht der aktuellen Systemkrise wird heute deutlicher denn je, wie stark die Staatsgläubigkeit an den meisten europäischen Universitäten verwurzelt ist. Wir stehen vor dem Zusammenbruch „unserer“ Wohlfahrtssysteme und trotzdem hören Studenten ausschließlich von Lösungen, welche nur der Staat bereitstellen könne. Er wird als unser aller Heilsbringer dargestellt und gleichzeitig werden „die freien Märkte“ verteufelt. Staatlich verursachte Probleme sollen durch noch mehr Staat gelöst werden. Besonders deutlich ist dies am Beispiel der „Generationengerechtigkeit“ erkennbar. Die Jugend müsse das System aus Gerechtigkeitsgründen akzeptieren und darauf hoffen, in Zukunft selber von diesem zu profitieren. Doch wie am raschen Wachstum der „European Students For Liberty“ zu erkennen ist, verlieren mehr und mehr Studenten das Vertrauen in den Staat als Löser all unserer Pobleme.

Das Netzwerk der „European Students For Liberty“ wuchs innerhalb des Vergangenen Jahres auf über 105 liberale Studentengruppen aus 20 verschiedenen Ländern an. Zudem besuchten mehr als 220 Studenten im vergangenen Jahr unsere erste europäische Konferenz in Leuven (und dies ohne jegliche Subventionen!). Diese große Nachfrage hat uns dazu angespornt, liberale und libertäre Ideen in Form von Regionalen Konferenzen noch näher an die Studenten zu bringen. Wir veranstalten im Sommer bzw. Herbst eintägige Konferenzen in Vilnius, Belgrad, Stockholm und auch in München.

Die Konferenz in München wird am 17. November in deutscher Sprache an der Universität München abgehalten. Bereits jetzt haben uns prominente Redner, wie z.B. Professor Dr. Thorstein Polleit (Chief Economist, Degussa Goldhandel GmbH), Prinz Michael von Lichtenstein, Theobald Müller (Unternehmensgruppe TheoMüller), Jonathan Logan (Vice-President Cryptohippie Inc.), Karl Peter Schwarz (Korrespondent Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Professor Kurt Leube (Stanford University) zugesagt.

Unser Ziel ist es, DIE Ressource für liberale Studenten zu werden, so dass wir mit einem umfangreichen Netzwerk und mit ausgeprägten Fähigkeiten dem etatistischen Zeitgeist entschlossen entgegenstehen können. Daher bieten wir Kontakte, Trainings und Ressourcen, wie z.B. kostenlose Bücher, Konferenzen oder Seminare im Internet an. Es ist großartig, wie viele Möglichkeiten und Gleichgesinnte es innerhalb Europas gibt. Wir wollen diese bündeln und zusammenbringen.

Was uns von bestehenden Strukturen unterscheidet ist unser Fokus. Wir nehmen kein Geld vom Staat an und sind nicht politisch tätig. Als „European Students For Liberty“ konzentrieren wir uns ausschließlich auf die Ideen der Freiheit, die akademischen Theorien und die Kommunikation derselben. Wir schreiben dabei niemanden vor, was der beste Weg zur Freiheit ist, sondern wollen genau darüber diskutieren.

Deshalb würden wir uns sehr freuen Sie und Euch in München begrüßen zu dürfen.

Informationen:

Michael Landl ist im Vorstand der European Students For Liberty tätig. Er arbeitete für das Austrian Economics Center in Wien und studiert International Affairs and Governance in St. Gallen. Sie können ihn unter der E-Mail mlandl@studentsforlibery.org erreichen.
Weiterführende Links:

6. Juli 2012

 

 

Die Zeit ist gekommen
Quo vadis Goldfranken?

Von Thomas Jacob, Präsident «Verein Goldfranken», Zürich

Der Goldfranken wird kommen. Vielleicht – sollte sich das Parlament endgültig vom Projekt verabschieden – kommt er sogar noch schneller; via Volksinitiative.

Wie sagte einst Victor Hugo:

«Es gibt nichts Mächtigeres als eine Idee, deren Zeit gekommen ist».

Die Zeit für den Goldfranken, genauer gesagt für eine Goldmünzen-Währung, ist definitiv gekommen.

Der Euro gleicht einem in Not geratenen Schiff auf hoher See. Ringsherum tobt der Finanzsturm, doch auf dem Boot herrscht Zwietracht und Streit darüber, ob bzw. wann die Griechen über Bord geworfen werden sollen.

«Die Schweiz gleiche einem schönen Segelboot, das an die <Titanic> gekettet sei – also an die Euro-Zone mit ihrer tiefgreifenden Schuldenkrise», wird der deutsche Ökonom Thorsten Polleit kürzlich in der «NZZ» zitiert.

Zusätzliche Währung und Sicherheit

Der Vorschlag zur Schaffung einer Goldmünzen-Währung will eine neue, zusätzliche Währung ermöglichen; ausschliesslich aus Goldmünzen bestehend. Goldmünzen sind unabhängig von allen heutigen Währungen und ebenso unabhängig von der Politik. Sie würden sofort ein einfach verständliches, weltweit einsetzbares Tauschmittel verkörpern, denn der Nennwert der Münzen wird in Gramm Gold taxiert.

Sollte es mit dem Euro wirklich zum Äussersten kommen – was wir weder wünschen, geschweige denn hoffen –, bietet eine solche Goldmünzen-Währung seinen Besitzern zusätzliche Sicherheit. Sie wäre bildlich gesprochen ein Rettungsring, eine temporäre Überlebenshilfe.

Die Vorteile

Die Schweizer wollen Sicherheit. Die Goldmünzen-Währung liefert ihnen diese Sicherheit für den Notfall. Das alleine wäre Grund genug, die Goldmünzen-Währung zu schaffen bzw. sie zu erlauben und zu legalisieren.

Eine Goldmünzen-Währung bietet aber auch zahlreiche Vorteile in weniger dramatischen Zeiten; vom Schutz der Kaufkraft von Renten über eine Stabilisierung des Frankenkurses bis hin zu positiver Publizität im Ausland und sich eröffnenden Geschäftsmöglichkeiten für unsere Finanzindustrie.

Kommission dagegen

Am 22. Mai 2012 haben die Mitglieder der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) entschieden, dass ihre Bürger keine solche Währung herstellen und nutzen dürfen.

Die Gesprächsprotokolle der Kommission sind vertraulich, weshalb wir über die Gründe für den Entscheid der Politiker nur spekulieren können.

Tatsache ist: Rund 68 Prozent aller Teilnehmer einer Online-Umfrage aus dem Finanz- und Wirtschaftssektor befürworteten am Stichtag die Schaffung einer Goldwährung. 25 Prozent sprachen sich dagegen aus und dem Rest war’s egal. Die Politiker kannten diese Zahlen – und stimmten trotzdem Nein.

Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Mitglieder der WAK den grossen Ökonomen und Nobelpreisträger Friedrich A. von Hayek bestätigten, welcher vor dreissig Jahren meinte:

«Ich kann die Augen nicht verschliessen vor der Tatsache, dass jegliche Hoffnung auf einen freiwilligen Verzicht der Regierungen auf ihre gegenwärtigen Monopole auf die Herausgabe von zirkulierendem Geld utopisch ist.»

Doch wir wollen dem Nationalrat nicht vorgreifen und ihm die Chance geben, uns zu überraschen.

Voller Einsatz

Wir vom «Verein Goldfranken» haben für die Abstimmung in der WAK alles gegeben. Lukas Reimann, Nationalrat und Vereinsmitglied, präsentierte die Initiative persönlich. Er war topmotiviert und tadellos vorbereitet, hat alle denkbaren Fragen im Vorfeld bearbeitet und die Antworten sorgfältig einstudiert.

Der brillante Artikel von Prof. Dr. Bernholz in der «NZZ» vom 16. Mai 2012 lieferte uns dabei unschätzbare Hilfestellung und Garantie für Qualität.

Drei Fragen – drei Antworten

Wir haben die erste Runde verloren, gehen aber – gestärkt durch wertvolle Erfahrungen – zuversichtlich in die kommenden Runden. Drei neue Fragen können wir inzwischen einfach beantworten:

Erstens: Wir werden immer wieder gefragt, ob eine solche Goldmünze nicht schon heute realisiert werden kann.

Die Antwort lautet Nein, denn dies widerspricht verschiedenen Gesetzen und Verordnungen. Wir unterstützen uneingeschränkt alle Bemühungen, diese Gesetze und Verordnungen so anzupassen, dass eine Goldmünzen-Währung schon heute möglich wird. Gleichzeitig wird das nicht reichen, denn so einfach wie eine solche Goldmünzen-Währung erlaubt werden könnte, so einfach könnte sie auch wieder verboten werden. Der Schutz eines so wichtigen Anliegens gehört in die Verfassung.

Zweitens: Wir behaupten nie, eine Goldmünzen-Währung sei die alleinseligmachende Lösung. Wir behaupten und wissen aber, dass sie einen positiven Lösungsbeitrag leisten wird. Wissenschaftlich gibt es an der Korrektheit der Idee nichts zu rütteln. Wir sind schon seit zwei Jahren mit den absolut besten Wissenschaftern der Schweiz in Diskussion, auch aus dem Umkreis der Schweizerischen Nationalbank.

Drittens: Der Bund muss die Goldmünzen nicht herstellen, sie lediglich erlauben und schützen. Nachdem das Gesetz in der Verfassung steht und der Bund die Münzen definiert hat, entstehen dem Bund keine weiteren Kosten. Technisch geht es um die Normierung und den gesetzlichen Schutz des freien Goldhandels, so wie wir ihn heute haben. Gibt es wirklich irgend welche ehrenhafte Gründe gegen dieses Anliegen?

Unabhängiges Warengeld

Betrachten wir die Essenz nochmals aus der Vogelperspektive: Das heutige Geldsystem ist hochkompliziert und hochproblematisch. Die Goldmünzen-Währung dagegen bietet eine einfach verständliche und praktische Alternative dazu. Sie gibt den Menschen die Wahl, neben dem Papiergeld ein von der Politik unabhängiges Warengeld zu nutzen.

Goldmünzen haben sich über Jahrtausende, quasi auf natürlichem Weg, zum besten Tauschmittel und Geld entwickelt und zahllose Kulturen, Religionen und Herrscher überdauert.

Wir wollen die Analogie nicht zu weit strapazieren, jedoch darauf hinweisen, dass das heutige Währungssystem in vielem der Situation vor der Reformation im 16. Jahrhundert ähnelt. Damals herrschte der Katholizismus mit Machtmonopolen, Masslosigkeit und Korruption. Heute herrschen staatlich geschützte Monopole über den Finanz- und Währungsbereich, und prompt finden sich dort Masslosigkeit und die grössten politischen und wirtschaftlichen Probleme. Wie immer muss am Schluss die gesamte Gesellschaft bezahlen.

Reform von unten

Die Reformation wies den Weg «ad fontes», zurück zu den Quellen, zurück zum Ursprung des Glaubens. Die Goldmünzen-Währung wäre in Analogie der Schritt in Richtung Ursprung des Geldes.

Luther versuchte eine Reformation zuerst innerhalb des Systems, in Zusammenarbeit mit den Machthabern in Rom. Auch wir versuchten dies; in Bern. Doch wenn Politiker nichts von neuen Ideen wissen wollen, ist es am Volk, diese zu verwirklichen.

Wir haben in der Schweiz das geniale Instrument der Volksinitiative. Sie erlaubt die friedliche Reform von unten. Wir unterstützen weiterhin uneingeschränkt den parlamentarischen Weg. Doch wenn dieser nicht fruchtet, werden wir den Weg der Volksinitiative beschreiten. Weitsichtige Politiker sind herzlich willkommen.

Thomas Jacob

 

Kontakt:

Per Email thomas.jacob@jacobsleiter.ch oder per Telefon (+41 76 370 1844)

 

 

 

 

4. Juli 2012

 

  Tagungsbericht: Die Mark Banco Anlegertagung in Hamburg

 

von Mario Fleischmann

 

„Austrians“ an der Alster

Am 1. und 2. Juni veranstalteten das Institut für Austrian Asset Management und dessen Leiter Steffen Krug die dritte Mark Banco Anlegertagung in Hamburg. Unter dem Motto „Euro-Misere ohne Ende – Analysen-Prognosen-Strategien“ präsentierten unabhängige Kapitalmarktexperten und Kenner der Österreichischen Schule der Ökonomie ihre Sichtweisen über den weiteren Verlauf der Eurokrise und zogen daraus Schlussfolgerungen für private und institutionelle Anleger.

 

Gutes Marktgeld statt schlechtem Staatsgeld

Die Mark Banco war eine 100 Prozent silbergedeckte Währung, welche die Hamburger Bank von 1619 bis 1875 emittierte. Mit dieser über lange Zeit stabilsten Währung Europas überstand die Hansestadt wirtschaftliche Krisen stets besser als andere Regionen. Seit vielen Jahrzehnten mahnen die Anhänger der Österreichischen Schule, unser mittlerweile komplett ungedecktes Geldsystem und die daraus resultierende willkürliche Geldmengensteuerung der Notenbanken seien die Hauptursache für die wirtschaftlichen Turbulenzen der Welt. Es ist bezeichnend, dass es die heutzutage weithin ignorierten „Austrians“ waren, welche die derzeitige Finanzkrise akkurat prognostizierten, während alle anderen im Dunkeln tappten. Ludwig von Mises, der wohl bedeutendste Vertreter dieser Denkrichtung, sah nicht nur die Große Depression 1929 voraus, er schrieb einst verbittert: „Ich wollte Reformer werden, doch ich bin nur der Geschichtsschreiber des Niedergangs geworden.“

Weil sich am Verbreitungsgrad der Misesschen Ideen bis heute nicht viel geändert hat, die derzeitigen Krisenursachen im Grunde die gleichen wie vor 80 Jahren geblieben sind und von der herrschenden politischen und intellektuellen Klasse nicht erkannt werden oder nicht erkannt werden wollen, stellt sich für den Anleger von heute natürlich die Frage, wie sich das Vermögensboot möglichst schadenfrei durch den Sturm manövrieren lässt.

Aber die Mark Banco Anlegertagung war mehr als nur eine Hilfestellung zur Krisenbewältigung, sie war Zeugnis einer wachsenden Bewegung von Vertretern der Österreichischen Schule, die sich des „Werts der besseren Ideen“ (Mises) bewusst sind und wissen, dass es vor den meist tragischen politischen Verwerfungen einer Krisensituation nur einen Schutz gibt: sie zu verhindern.

Mises schrieb: „Alles, was heute im sozialen und wirtschaftlichen Leben geschieht, das Gute und das Schlechte, ist das Ergebnis von Ideen. Was not tut, ist der Kampf gegen schlechte Ideen. Wir müssen die falschen Ideen durch bessere Ideen ersetzen. Ideen, und nur Ideen, können Licht in die Dunkelheit bringen. Diese Ideen müssen der Öffentlichkeit so vorgestellt werden, dass die Menschen sie verstehen und überzeugt werden. Wir müssen ihnen klarmachen, dass diese Ideen richtig sind.“

Ganz in diesem Sinne stand der erste Vortrag von Rahim Taghizadegan aus Wien, der dort das Institut für Wertewirtschaft leitet und einige sehr empfehlenswerte Bücher über Wirtschaft geschrieben hat. Er erweckte den Geist der wirtschaftswissenschaftlichen Größen Carl Menger, Eugen von Böhm-Bawerk, Ludwig von Mises und Friedrich August von Hayek mit einer Einführung in die Gedankenwelt der Österreichischen Schule zu neuem Leben.

Im folgenden stellte Michael von Prollius, Mitautor des Buches „Geldreform – vom schlechten Staatsgeld zum guten Marktgeld“ die Verbindung zur aktuellen Eurokrise her, die vor allem durch das staatliche Geldmonopol und die Fehlannahme verursacht wurde, man könne das Geldsystem erfolgreich planwirtschaftlich steuern. Hayek sprach von einer „Anmaßung von Wissen“ und davon, dass die die Notenbanken nicht wissen könnten, wie denn die Geldmenge und der Zinssatz gesteuert werden müssten. Nur der Markt als „Entdeckungsverfahren“ könne diese Faktoren angemessen herausbilden.

Am Nachmittag folgten weitere Vorträge, bei denen es um konkrete Anlagetipps zum Beispiel in Gold, Silber und andere Sachwerte ging. Dabei wurde deutlich, dass sich die Referenten zumindest teilweise an der Aussage von Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ orientieren – ganz wie es sich für einen „Austrian“ gehört. Die Geschichte, lehrte schon Mises – dazu zählen auch Finanzmarktentwicklungen – ist das Ergebnis menschlichen Handelns und kann nicht präzise vorhergesagt werden. Nur durch die Kenntnis über ökonomische Gesetze und die Ideen der Menschen kann eine grobe Richtung vorausgeahnt werden.

In memoriam Roland Baader

Anschließend folgte die erstmalige Verleihung des  Roland-Baader-Preises, der für Studenten und Unternehmer gedacht ist, die dazu beitragen, die Ideen der Österreichischen Schule zu verbreiten. Der vor kurzem verstorbene Roland Baader war im deutschsprachigen Raum der wohl größte Popularisierer der Misesschen Ideen. Auch er war überzeugt, dass die Ideen der Österreichischen Schule die „einzige Hoffnung“ für die Welt seien, wie es der Ökonomieprofessor Edgar Salin formulierte. Für deren Verbreitung sah er das Internet als große Chance. „Wenn sich die Wahrheit unsubventioniert verbreiten kann, schlägt sie die subventionierte Lüge“, lautet ein „Freiheitsfunke“ Roland Baaders. Deshalb ging der Preis an drei freiheitlich gesinnte Blogs und eine Studentenorganisation: Freitum.de, Misesinfo.org, Mises-Media.de und die European Students for Liberty.

 

Der „deutsche Ron Paul“

Nach Vorträgen von Claus Vogt und Daniel Haase, die die Teilnehmer mit Informationen aus der Finanzwelt versorgten, wurde es am Nachmittag des zweiten Tages wieder politischer.

Norbert Tofall, wissenschaftlicher Mitarbeiter des FDP-„Euro-Rebellen“ Frank Schäffler, stellte seinen Ausweg aus dem drohenden Kollaps des Finanzsystems vor. Er zeigte, dass sich dieses häufig angedrohte Szenario durch ein geordnetes Insolvenzverfahren für marode Banken vermeiden ließe und unser staatlich dirigiertes Geldsystem Schritt für Schritt in eine marktwirtschaftliche Geldordnung überführt werden könnte, um dadurch weitere Fehlentwicklungen zu vermeiden.

Im Anschluss erschien Frank Schäffler persönlich. Der „deutsche Ron Paul“ und Widersacher gegen die fatale Euro-Politik der Regierung, wurde mit großem Beifall begrüßt. Zusammen mit Ralf Flierl, Chefredakteur des Magazins „Smart Investor“, diskutierte er die Fragen der Tagungsteilnehmer. Er begründete seine klassisch liberale Haltung und erklärte, warum er trotz des wohl kaum noch als liberal zu bezeichnenden Kurses der FDP Parteimitglied ist und bleiben wird. Mit seiner humorvollen Art erntete Schäffler viel Zuspruch. Der Grund, warum so viele Abgeordnete für Ermächtigungsgesetze wie den ESM stimmen, sei schlicht und einfach: Anders macht man in der Politik keine Karriere.

Zum Abschluss eines gelungenen Tagungswochenendes sprach der bekannte Historiker Arnulf Baring über Deutschlands Rolle in Europa. Wenn Baring auch kein Anhänger der Österreichischen Schule ist, sorgte er dennoch durch seine natürliche, humorvolle Art für viel Gelächter und Applaus. Besonders empörte er sich über einen Artikel von Joschka Fischer, laut dem die Deutschen weiterhin für die Schuld an den Weltkriegen büßen und deshalb für die Schulden der anderen europäischen Länder aufkommen müssen. Viel absurder geht’s wohl auch nicht.

Damit endete ein gelungenes Wochenende, das zum einen deutlich werden ließ, wie düster es um die nicht allzu ferne Zukunft Europas steht – aber auch Hoffnung darauf machte, dass die Ideen der Österreichischen Schule eines Tages doch noch als Sieger gegen die herrschenden Irrlehren vom Platz gehen werden.

Links

Institut für Austrian Asset Management

Rahim Taghizadegan, „Wirtschaft wirklich verstehen“ (amazon.de)

Thorsten Polleit, Michael von Prollius, „Geldreform“ (amazon.de)

 

Dieser Artikel erschien zuerst in eigentümlich frei.

4. Juli 2012

 

 

Projekt Goldfranken – Initiative für ein krisenresistentes Zahlungsmittel

Eine interessante Währungsinitiative wurde in der Schweiz gestartet. Unter dem Titel "Projekt Goldfranken" betreibt der Schweizer Thomas Jakob den Versuch, mit Hilfe einer Verfassungsinitiative dem bereits bestehenden Schweizer Franken eine goldgedeckte Alternative zur Seite zu stellen. Die Chancen für eine solche Initiative stellen sich in der Schweiz um einiges besser dar als in vielen anderen westlichen Ländern. Als Gründe hierfür nennt Thomas Jacob:

  1. Die eigene Währung der Schweiz
  2. Den entwickelten Finanzplatz
  3. Mehr als 1000 Tonnen Goldreserven im Besitz der Schweizer Zentralbank
  4. Das verfassungsmäßig garantierte Recht der Schweizer auf eine Verfassungsinitiative

Insbesondere vor den Hintergrund des erodierenden Euros und des kaum weniger gefährdeten US-Dollars könnte die Inititative nicht nur in der Schweiz Diskussionen über die Möglichkeiten goldgedeckter Währungen auslösen.

Weitere Informationen zur Initiative können hier als PDF heruntergeladen werden:

Projekt Goldfranken

Fragen und Antworten

Interessenten können das Projekt per Darlehen finanziell unterstützen. Thomas Jacob nennt folgende Argumente, die für eine finanzielle Beteiligung sprechen:

  • Grosse Chance auf politischen Erfolg, d.h. Realisierbarkeit
  • Grosses Aufsehen im In- und Ausland zu erwarten (Ruhm und Ehre)
  • Sichtbarer Einfluss auf weltwirtschaftliche Landkarte
  • Die Initiative ist gleichzeitig Grundstein eines nachhaltigen "Instituts für monetäre Freiheit"
  • Für das Darlehen besteht ein Rückzahlungsplan

Kontakt:

Per Email thomas.jacob@jacobsleiter.ch oder per Telefon +41(0) 76 370 1844

 

 

11. Juni 2012

 

Bernankes Kritik am Goldstandard ist beachtenswert, überzeugt aber nicht

 

von Michael von Prollius

 

Ben Bernanke gilt seit dem Tod von Milton Friedman als der herausragende Gelehrte der Großen Depression. In seiner ersten von drei Vorlesungen an der George Washington University urteilte der Fed-Chef, die US-Notenbank habe in der Grossen Depression versagt, weil sie zu früh von ihrer expansiven Geldpolitik abgerückt sei.

Bernanke, bis 2002 Ökonomierofessor in Princeton, weist der NZZ zufolge insbesondere auf folgende Fehler hin:

Das Festhalten am Goldstandard, der ohnehin gravierende Defizite besitze, darunter

  1. viel größere Wirtschafts- und Teuerungsschwankungen in kürzeren Zeiträumen als dies heute der Fall sei,
  2. beträchtliche Kosten der Golddeckung, die geschätzt rund 2,5% des US-BIP betragen, 
  3. die Starrheit, der wenig geldpolitischen Spielraum gerade in Krisenzeiten belasse, 
  4. die Übertragung der Geldpolitik auf andere Länder, so sei die verfehlte Fed-Politik „exportiert“ worden und habe die Krise verstärkt,
  5. die fehlgeleitete Auffassung, dass nach einer (vermeintlichen Zeit der Exzesse in den „Roaring Twenties“ eine Serie von Konkursen die Wirtschaft wieder zur Prosperität verhelfen könne, eine erfolgreiche Wende habe erst Roosevelt mit der Aufhebung des Goldstandards und Erhöhung der Geldmenge sowie einer Einlagenversicherung gegen Bankenrun vollzogen,

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum Bernanke an seiner aggressiven lockeren Geldpolitik bis derzeit Ende 2014 festhält.

Gerade, wenn man die Argumente ernst nimmt, würden profunde Kritiker einwerfen: „It just ain’t so Ben!“

  1. Der Goldstandard hat über lange Zeiträume am besten die Kaufkraft des Geldes stabil halten können und so für monetär nicht verfälschte Preise gesorgt. Preisschwankungen sind in einer Marktwirtschaft wichtig, auch in starker Form, um ihre Signal- und Koordinationsaufgabe erfüllen zu können.

  2. Die Kosten der aktuellen Scheingeldsysteme dürften ein Vielfaches von dem des Goldstandards betragen, ein Blick auf die Umverteilung vom Bürger zu den Banken genügt.

  3. Weniger geldpolitischer Spielraum bedeutet weniger Fehlerquellen für Experten, die der marktlichen Koordination von Geldnachfrage und -angebot ohnehin hoffnungslos unterlegen sind.

  4. Die natürliche Goldbremse hat ausgezeichnet funktioniert und einer Manipulation der Geldmenge und Zinsen durch Goldabflüsse entgegengewirkt.

  5. Murray N. Rothbard hat auf die verfehlte Geldpolitik der 20er Jahre hingewiesen, die für die Große Depression ursächlich ist, und gezeigt, dass Roosevelt die Krise verlängert hat. Robert Higgs hat zudem die krasse Destruktivität der Unsicherheit schürenden Wirtschaftspolitik Roosevelts herausgearbeitet. Namhafte Gelehrte wie George Selgin und Larry White haben auf die mangelnde Notwendigkeit einer Einlagenversicherung in einem Free Banking System hingewiesen. Die Österreichische Konjunkturtheorie belegt aktuell erneut mit großer Plausibilität, dass dem künstlichen Boom natürliche Marktkorrekturen folgen (müssen), um durch eine reinigende Krise Fehlinvestitionen zu beseitigen.

Bei aller Achtung für die Expertise Bernankes – die Fed hat tatsächlich eine falsche Geldpolitik verfolgt und zu sehr schwankend, darunter auch zu früh kontraktiv, agiert – überzeugt seine erste Vorlesung an den entscheidenden Stellen genauso wenig wie seine bislang praktizierte Geldpolitik. Mit einem echten Goldstandard wäre die aktuelle Finanzkrise nicht möglich gewesen.

 

Hier ist die Vorlesung als Video: Chairman Bernanke’s College Lecture Series: The Federal Reserve and the Financial Crisis, Part 1.

 

Dr. phil. Michael von Prollius ist Publizist und Gründer der Internetplattform Forum Ordnungspolitik, die für eine Renaissance ordnungspolitischen Denkens und eine freie Gesellschaft wirbt. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Geldsystem. Seine finanzwissenschaftlichen Beiträge und Rezensionen erscheinen zumeist in wissenschaftliche Zeitschriften, aber auch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Fuldaer Zeitung, der Neuen Zürcher Zeitung sowie in der Internetzeitung Die Freie Welt. Aktuellste Buchveröffentlichung von unserem Gastautor Dr. Michael von Prollius: "Die Euro-Misere. Essays zur Staatsschuldenkrise".

 

 

 

31. Mai 2012

 Misesinfo.org erinnert an Ferdinand Lips

 

Die Schließung des „Goldfensters“ durch Präsident Nixon

 

 

 …oder Die Aufhebung der Goldkonvertibilität.

von Ferdinand Lips

Ferdinand Lips

Als die amerikanischen kurzfristigen Dollar-Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland weiter anstiegen, empfahl der französische Ökonom Jacques Rueff, um das Vertrauen in den Dollar wieder herzustellen, eine Verdoppelung des Goldpreises. Als er Präsident Kennedy dies während dessen Besuchs in Paris vorschlug, antwortete dieser, dass er so etwas den amerikanischen Bürgern nicht antun könne. Doch im August 1971 hatte die Situation eine absolut kritische Phase erreicht. Weder das zweigeteilte Marktsystem noch die Beschwichtigungsversuche der Politiker und Ökonomen aller Lager vermochten hier weiterzuhelfen. Im August 1971 wurden die kurzfristigen Dollar-Verbindlichkeiten der USA auf $ 60 Milliarden geschätzt, von denen etwa 2/3 offiziellen Institutionen im Ausland geschuldet wurden. Bei $ 35 pro Unze war der U.S.-Goldbestand auf $ 9,7 Milliarden zusammengeschmolzen.

Am 9. August 1971 erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch von $ 43,94. Nach einer scharfen Kurskorrektur begann auch das Interesse an Goldminenaktien wieder zuzunehmen. Nachdem die Deutsche Mark seit dem 10.Mai 1971 zum System der flexiblen Wechselkurse überging, gewann sie 7%. Das bedeutete, dass der U.S.-Dollar effektiv um 10% abgewertet wurde. In einem Versuch,  die wachsende Währungspanik einzudämmen, suspendierten die Schweizer Banken vorübergehend den Dollarhandel.

Das Ende dieser Finanztragödie war erreicht, als die Bank von England und die Schweizerische Nationalbank (SNB) Gold im Austausch für ihre Dollars verlangten. In Gold and Liberty schrieb Richard M. Salsman hierzu folgendes, wobei aber auch er nicht ganz zu verstehen schien, um was es hierbei eigentlich ging:

„Bis 1971 landete mehr als die Hälfte des Goldangebots, welches den U.S.-Bürgern in den 30er Jahren gewaltsam abgenommen worden war, in den Tresoren ausländischer Zentralbanken. Dies war der größte Bankraub der Weltgeschichte. Es geschah in Zeitlupe und mag nicht unbedingt die Absicht jedes Beamten gewesen sein, der daran beteiligt war“[1]

Präsident Nixon reagierte, und am 15. August 1971 schloss er das Goldfenster, indem er dem U.S.-Schatzamt untersagte, fortan irgendwelche im ausländischen Besitz befindliche U.S.-Dollars gegen Gold einzutauschen. „Das Schließen des Goldfensters“ war, so Salsman, „ein höflicher Ausdruck für die Nichterfüllung von Goldzahlungen, in anderen Worten Zahlungsunfähigkeit und ein Verstoß gegen die internationalen monetären Vereinbarungen. Dieser Bruch von Verpflichtungen unterschied sich im wesentlichen nicht von den Moratorien von „Dritte Welt“-Schuldnern, wie sie später in den achtziger Jahren vorkamen. Die Zahlungseinstellung von Gold entsprach der Handlungsweise einer Bananenrepublik. Der Dollar blieb seitdem vom Gold abgekoppelt“.[2]

Salsmann weiter:

„Als Gold 1971 >demonetisiert< wurde, sagten viele Goldkritiker voraus, dass der Goldpreis unter $ 35 fallen würde. Sie nahmen an, dass der Papierdollar dem Gold Wert verleihen würde, nicht umgekehrt. (Im Gegensatz zu J. P. Morgan wussten diese Leute nicht, dass Gold Geld ist; d. Verf.) Der Direktor des Federal Reserve Boards, Henry Wallich, bezeichnete die Aktivitäten auf dem Goldmarkt als >Nebenvorstellung<, eine Nebensache eben.[3] Dies war nun das Resultat, und viele Funktionäre und Ökonomen applaudierten tatsächlich der Abkehr vom Gold bei jedem Schritt.” (Betonung d. Verf.)

Es ist sehr aufschlussreich, den Text des Extract from the Executive Statement vom 15. August 1971 zu lesen.[4] Präsident Nixon suspendierte die Konvertierbarkeit des Dollars und gab darin den internationalen Geldspekulanten nicht weniger als fünfmal die Schuld an der Finanzkrise. Erfundene Sündenböcke zu beschuldigen ist jedoch eines Präsidenten unwürdig. Schließlich war auch sein Finanzminister, John Connolly, nicht gerade eine großes Licht in monetären Fragen.

Es ist tragisch, dass die Öffentlichkeit – sei es nun die amerikanische oder die europäische – überhaupt nicht begriff, was hier eigentlich vor sich ging. Die asiatische Bevölkerung dagegen (nicht ihre Zentralbanken) hatte schon immer ein viel besseres Verständnis der Tugenden des Goldbesitzes. Dieser Wendepunkt sollte jedoch schon bald darauf die Welt für immer verändern. Dies ist alles umso tragischer, als keiner der heutigen Führer aus Politik und Finanzen sich an diese Ereignisse zu erinnern scheint.

John Exter erzählte mir die folgende Geschichte, die absolut zuverlässig ist, da er selbst zugegen war:

„Am 10. August 1971 hielt eine Gruppe von Bankiers, Ökonomen und Finanzexperten eine inoffizielle Zusammenkunft in Mantoloking an der Küste New Jersey ab, um die Finanzkrise zu diskutieren. Gegen 15.00 Uhr fuhr ein Riesenauto vor, dem Paul Volcker entstieg. Dieser war zu jener Zeit Staatssekretär für Währungsangelegenheiten im U.S.-Schatzamt.

Wir diskutierten mehrere Lösungsmöglichkeiten. Wie du sicher von mir erwartet hättest, trat ich dringend für eine restriktive Geldpolitik ein, mit einer Erhöhung der Zinssätze. – Doch dies wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Die anderen dachten, dass das Fed die Kreditexpansion keinesfalls verlangsamen sollte, aus Angst, dass dies eine Rezession auslösen könnte (…) oder noch schlimmeres. Ich schlug vor, den Goldpreis zu erhöhen, und Volcker sagte, dass dies durchaus Sinn machen würde, aber er glaube jedoch nicht , dies durch den Kongreß boxen zu können. Regierungen, ganz besonders führende Weltmächte wie die USA, mögen ihren Bürgern nicht eingestehen, dass sie die Währung entwertet haben, gleichgültig, wie sehr dies der Wahrheit entspricht. Es ist ihnen einfach zu peinlich, und die Krise, der wir damals gegenüberstanden, war der allgemeinen Öffentlichkeit so ziemlich unbekannt. Es war kein nationaler Ausnahmezustand wie 1933, als Roosevelt noch so ziemlich alles machen konnte, was er wollte.

In einem bestimmten Moment wandte sich Volcker mir zu und fragte, was ich denn in diesem Falle machen würde. Ich sagte ihm, dass, wenn er weder die Zinssätze noch den Goldpreis erhöhen wolle, ihm nur noch eine Alternative verbliebe. Ich riet ihm, das Goldfenster zu schließen, denn es mache keinen Sinn, unsere Goldbestände für $ 35 je Unze auszuverkaufen. Fünf Tage später schloss Nixon das Goldfenster.

Die letzte Verbindung  zwischen Gold und Dollar war somit zerschlagen. Der Dollar war damit zu einer bloßen Fiat-Währung degradiert, und das Federal Reserve [und insbesondere die Banken] hatte nun alle Freiheiten, die Geld- und Kredit-Expansion nach Belieben fortzusetzen. Das Resultat, wie du weißt, war eine massive Explosion der Schulden. Ich schätze die weltweite Dollar-Verschuldung heute auf mehr als $ 16 Billionen.

Das Problem mit diesem Schuldenberg ist, dass er einfach nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Schulden haben etwas ausgesprochen merkwürdiges an sich: Sie müssen stets zurückgezahlt werden, wenn nicht vom Schuldner, dann vom Kreditgeber oder, noch schlimmer, von den Steuerzahlern.“ [5]

Die Gesamtverschuldung der USA liegt Anfang 2003 bei $ 32 Billionen. Die weltweite Verschuldung wird auf über $ 70 Billionen geschätzt. Es wird davon ausgegangen, dass ein großer Teil dieser Schulden künftig nicht mehr bedient werden kann, geschweige denn, dass diese jemals zurückgezahlt werden.

[1] Richard M. Salsman, Gold and Liberty, (Great Barrington, MA: American Institute for Economic Research, 1995), S. 73.

[2] Ebenda, S. 76

[3] Richard M. Salsman, Gold and Liberty, (Great Barrington, MA: American Institute for Economic Research, 1995), S. 76.

[4] Don Hoppe, How to invest in Gold Stocks (New York: Arlington House, 1972), S. 548/549.

[5] John Exter, “The U.S. and the World are…”, Blakely’s Investment Review, Vol. 1, No. 1 (1989), S. 4.

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Auszug aus “Die Goldverschwörung” v. Ferdinand Lips – erschienen im Kopp-Verlag.

Der im Jahr 2005 verstorbene Ferdinand Lips hatte sich jahrzehntelang mit dem Studium des klassischen Liberalismus und damit verbunden mit der Geschichte des Geldes beschäftigt. Denn für ihn waren Geld beziehungsweise Gold und die Freiheit der Menschen untrennbar miteinander verbunden.

 

 

 

 

 

 

26. Mai 2012

Eine kleine Sensation

 

 

ist dieser aufrüttelnde Artikel in der NZZ, der klar und verständlich die Gefahren unseres krisengeschüttelten weil durch nichts gedeckten "fiat money"-Systems umreisst. Sehr schön darin auch das von Thorsten Polleit gebrauchte Bild der Schweiz eines schönen Segelbootes, das an die Titanic gekettet sei infolge der als Euro-Stützungsmassnahme gedachten Einführung der Kursuntergrenze gegenüber dem Euro von Fr. 1.20.

 

In dieser Deutlichkeit wurden der geneigten Leserschaft in der deutschsprachigen Qualitätspresse bislang selten die Zusammenhänge erläutert und vor uns liegende ernstzunehmende Gefahren – wie sie früher schon von vermeintliches "Aussenseitern" wie Ferdinand Lips und Roland Baader in ihren Büchern analysiert wurden – offen und ungeschönt beim Namen genannt:

 

"Murray Rothbard, US-amerikanischer Ökonom und Vordenker der Libertarian Party, sah die Wurzel des Papiergeld-Übels im Federal Reserve System, das 1913 durch die Unterzeichnung der Federal Reserve Act unter dem US-Präsidenten Woodrow Wilson geschaffen wurde. Die amerikanische Wirtschaft leide unter chronischer Inflation, die von der Fed geschaffen werde, schrieb Rothbard. Es sei die Aufgabe der Fed, private Geschäftsbanken bei der Inflationierung zu unterstützen, ihnen Reserven zukommen zu lassen und sie, wenn nötig, zu retten. So hat der Dollar seit der Gründung der Fed im Jahr 1913 ungefähr 95% seines Werts verloren. Im Jahrhundert davor war die Kaufkraft des Dollars hingegen weitgehend stabil geblieben.

Die Verwendung von durch nichts gedecktem Papiergeld sorgt aus Sicht mancher Ökonomen nicht nur für Inflation, sondern auch für eine Aufblähung des Finanzsektors sowie für rasante Auf- und Abschwungs-Zyklen. Historisch gesehen haben Staaten besonders von Inflation Gebrauch gemacht, wenn sie in den Krieg gezogen sind. Dies zeigte sich in den USA etwa im Vietnamkrieg. Im Jahr 1971 erklärte Präsident Richard Nixon, dass der Dollar nicht mehr länger in Gold konvertierbar sei, und brachte so das Bretton-Woods-System und den Goldstandard zu Fall. Da Gold als «Anker» für das Geld fehlte, hätten die Zentralbanker in der Folge stärker darauf achten müssen, eine übermässige Geldmengenausweitung zu verhindern. Wie die derzeitige Entwicklung zeigt, hat dies nicht funktioniert.

Beim Blick auf die heutige Lage lässt sich argumentieren, dass aufgrund des bereits fortgeschrittenen Stadiums des Gelddruckens die Auf- und Abschwungs-Zyklen derzeit in immer kürzeren zeitlichen Abständen aufeinanderfolgen. So gab es im vergangenen Jahrzehnt mit dem Börsencrash nach dem Platzen der Internet-Blase 2000 bis 2003 und dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 innerhalb weniger Jahre zwei sehr tiefgreifende Finanzmarktkrisen. Die Rettungsaktionen der Staaten haben die Verschuldung noch stärker nach oben getrieben, und die Zentralbanken haben mit der Schaffung von noch mehr Papiergeld reagiert. Diese Entwicklung macht weitere, fundamentale Krisen wahrscheinlich."

Man kann nur hoffen, dass auch in der Schweiz – und vor allem in Bundesbern – endlich ein Umdenken in Sachen Geldpolitik einsetzt. Nicht zuletzt Thomas Jacob mit seiner das schädliche Zentralbankenmonopol ins Visier nehmenden Goldfrankeninitiative beweist, dass auch hierzulande verstärkt über Alternativen zum derzeitigen System nachgedacht wird. Ein bemerkenswerter Aufsatz von Prof. Dr. Peter Bernholz, der erst kürzlich in der NZZ erschien und eine Kombination von Franken und Gold vorschlägt, weist in eine ähnliche Richtung.   

13. Mai 2012

 

Hayek lesen: Freies Marktgeld statt staatlichem Zwangsgeld!

 

via Forum Ordnungspolitik

 

Entnationalisierung des Geldes durch Wettbewerbswährungen      
 

Reform des Geldwesens

CoverGeld ist ein friedens- und gesellschaftsstiftendes Gut. Es verbindet unterschiedliche Menschen und  koordiniert ihre Bedürfnisse, zugleich ermöglicht es eine effektive Verfolgung keineswegs immer monetärer Lebensziele. Die wiederholte Pervertierung des Geldes durch Regierungen und staatliche Zentralbanken hat die Menschheit in den Abgrund blicken lassen; während des Ersten und Zweiten Weltkrieges, die ohne das Geldmonopol der Regierung nicht hätten geführt werden können, und der Hyperinflation haben ungezählte Menschen diesen Abgrund durchschritten, viele sind dort liegen geblieben. Aber auch in weniger dramatischen Zeiten richtet das Staatsmonopol unüberschaubaren Schaden an. Friedrich August von Hayek urteilte 1976 in seiner ein Jahr später ins Deutsche übersetzten Schrift „Entnationalisierung des Geldes“: „Die Abschaffung des Geldmonopols der Regierung sollte der Abfolge akuter Inflationen und Deflationen ein Ende machen, die während der vergangenen sechzig Jahre die Welt geplagt haben.“
 
Hayeks Alternative ist gleichermaßen einfach wie bestechend: Wettbewerbswährungen sollen an die Stelle des Staatsmonopols treten – mit anderen Worten Freihandel mit Geld und Freihandel bei der Ausübung aller Bankgeschäfte! Um der Regierung das Notenmonopol zu entziehen, ist es „lediglich“ erforderlich, dass sich Deutschland und ggf. die übrigen Länder der Europäischen Union vertraglich verpflichten, den Freihandel mit Geld und bei der Ausübung aller Bankgeschäfte sofort und ohne Hindernisse für jede gesetzlich niedergelassene Bank in ihrem Territorium zuzulassen. Ein derzeit wenig wahrscheinliches, aber gleichwohl erstrebenswertes Unterfangen.
 
Ausgangspunkt der hayekianischen Reform des Geldwesens sind die Erkenntnisse der Österreichischen Schule der Nationalökonomie über den Konjunkturverlauf. Boom und Rezession sind demnach unmittelbare Folge des staatlichen Geldmonopols. Über die zentralplanerischen Steuerungsversuche der Geldmenge und des Zinses kommt es zu einer inadäquaten Versorgung der Wirtschaft mit Geld, einer relativen Verzerrung der Preise und einer intertemporalen Störung von Konsum und Produktion. Hayek konzediert, dass der Goldstandard trotz aller Unvollkommenheiten das einzig tragbare System ist, solange das Geldmonopol in Regierungshänden liegt. Nahezu 200 Jahre sorgte der Goldstandard für die relativ beste Stabilität. Mit dem Abgehen vom Goldstandard war dem Verfall der Währungen Tür und Tor geöffnet. Gleichwohl möchte er sich nicht mit dem Goldstandard zufrieden geben, da Besseres erreichbar sei. Was für alle Güter gilt, die ausschließlich in Staatshand lagen und dann marktwirtschaftlich erbracht werden, möchte der Nobelpreisträger auch für das Geld gelten lassen: Bisher hatten wir immer schlechtes Geld, weil Privatunternehmen uns kein Geld geben durften. Es wäre zu schön, so Hayek, nicht auf das Wohlwollen der Regierung angewiesen zu sein, sondern davon, dass die Banken ihr eigenes Interesse verfolgen.
Die periodisch wiederkehrende Massenarbeitslosigkeit „erweist sich voll und ganz als das Ergebnis einer Regierungspolitik, die die Privatwirtschaft daran gehindert hat, sich frei zu entwickeln und sich mit einem Geld zu versorgen, das Stabilität sichern würde.“ urteilt der Österreicher. Über die Massenarbeitslosigkeit hinaus ist Inflation das zweite Grundproblem, das untrennbar mit dem geldpolitischen Staatsdirigismus verbunden ist. Inflation beschädigt bereits in geringer Dosis die  Funktionsunfähigkeit einer Marktwirtschaft. Die relativen Preise werden verzerrt, Ressourcen und Investitionen fehlgeleitet, Rezession und Arbeitslosigkeit hervorgerufen. Inflation wirkt wie eine unkontrollierbare Steuer, die besonders die Armen trifft. Eine Reform des Geldwesens ist also ökonomisch und moralisch gut begründet. Das Regierungsmonopol auf Geld hingegen nicht. Historisch lässt es sich begründen, aber sachlich? Staatsgeld war stets ein Prärogativ; es wurde nicht mit dem Argument verschleiert, dass es der Allgemeinheit diene, sondern war stets Herrschaftsinstrument und -mittel, eben ein grundlegendes und selten hinterfragtes Element der Regierungsgewalt. Es erstaunt folglich nicht, dass staatliches Monopolgeld einher geht mit den typischen Monopolproblemen: den Zwang zum Nutzen (Fiat money, d.h. Zwangsgeld) – auch oder zumeist unbefriedigender Produkte – und  zugleich die Verhinderung, neue zu entdecken. Wettbewerbswährungen haben zudem den Vorteil, dass sie dem scheinbar endlosen Wachstum der Staates und seiner Eingriffsmacht Ketten anlegen. Zugleich üben sie eine politische Schutzfunktion aus – Wettbewerbsgeld ist mit totalitärer Macht unvereinbar.

Mit einer solchen Reform sind mehrere Ziele verbunden. Hauptziel ist es, der verbreiteten Manipulation der Währung aus politischen Gründen ein Ende zu setzen. Dies bedeutet im Einzelnen, die Vertuschung von Geldentwertung zu beenden und den Abfluss von Geld, Kapital und anderen Ressourcen ohne Einschränkung zuzulassen. Diese vollständige Bewegungsfreiheit erfolgt über prinzipielle Erwägungen hinaus auch, um Politiker zu einer besseren Wirtschaftspolitik zu zwingen. Das übliche Verfahren, anderen Ländern schlechte Standards aufzuerlegen, um sich vor unliebsamer Konkurrenz – aktuell etwa seitens der Schweiz und Liechtensteins – zu schützen, wäre dann aussichtslos.

Bezeichnender Weise wäre mit der Entnationalisierung des Geldes zugleich ein Beitrag zum Bürokratieabbau verbunden. Bürokratieabbau ist nur möglich, wenn sich der Staat von Aufgaben tatsächlich trennt. Verringert sich der Umfang des Staates, so kann auch das Budget verringert werden. Die permanent defizitäre Ausgabenpolitik der Regierungen ist einer der Gründe für die Zentralisierung der Regierungsmacht und die Einführung wie das Festhalten an einem staatlichen Zwangsgeld ohne Konkurrenz zuzulassen. Hayek formuliert dies wie folgt: „Nichts kann erwünschter sein, als der Regierung die Macht über das Geld zu nehmen und so dem anscheinend unwiderstehlichen Trend zu einem beschleunigten Anwachsen des von ihr beanspruchten Anteils am Volkseinkommen Einhalt zu gebieten.“
Wir können Hayeks Argumentation noch ein weiteres gewichtiges Argument entnehmen. Staatsführungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie den marktwirtschaftlichen Steuerungsmechanismus – das Preissystem – schwerwiegend stören. Mit der Aufhebung des staatlichen Geldmonopols wäre ein entscheidender Störfaktor ausgeschaltet, der sich heilsam auf den Preismechanismus auswirken sollte. Künftig muss Geld mindestens so gut sein, wie das einer konkurrierenden Institution. Im Wettbewerb der Währungen würde der Selektionsprozeß solange andauern, bis die besten Institute entdeckt wären, die Geld ausgeben. Ungeeignetes und wertloses Geld würde verdrängt werden. Hayek betont, dass die Aufgabe des monetären Managements nicht in einer vorausbestimmten Geldmenge liegen kann, sondern „lediglich im Auffinden der Geldmenge, bei der die Preise konstant bleiben.“ Und das – die optimale Geldmenge – kann keine Behörde, sondern nur der Markt bereitstellen.
Der Wettbewerb dürfte wie in allen anderen Bereichen einer freien Marktwirtschaft auch, das wirksamste Verfahren sein, die Institutionen dazu zu zwingen, den Wert ihres Geldes konstant zu halten. Bezugspunkt für den Geldwert wäre ein von den Instituten festgesetztes Güterbündel. Dieser marktwirtschaftliche Wettbewerb ist wirkunsgvoller als jedwedes Regierungsmonopol mit der üblichen Palette an Regulierungs- und Steuerungsmitteln. Das liegt schon daran, dass der Wettbewerb von den Medien scharf überwacht werden würde. Jede Geldwertverschlechterung würde von einer Heerschar Beobachter in Finanzmedien sofort festgestellt und angeprangert werden. Im Ergebnis würde vom Publikum das beste Geld ausgewählt werden, und zwar viel besseres Geld als es Regierungen je bereitstellen können.

„Wenn die Öffentlichkeit einsähe, welchen Preis sie mit der periodischen Inflation und Instabilität für die Bequemlichkeit zahlt, bei den gewöhnlichen Geschäftstransaktionen nur mit einer Geldart umgehen und nicht gelegentlich überlegen zu müssen, ob der Gebrauch einer anderen als der gewohnten Geldart vorteilhafter wäre, dann würde sie diesen Preis wahrscheinlich als viel zu hoch ansehen.“ folgert Hayek. Den Menschen klar zu machen, dass ihr Elend von der Inflation herrührt, deren Ursache wiederum im Staatsversagen begründet ist, zählt zu den herausragenden Aufgaben unserer Zeit. Ob sich ein Goldstandard  als wettbewerbsfähigste Währung herausstellen würde?.

Quelle: Friedrich August von Hayek: Entnationalisierung des Geldes. Eine Analyse der Theorie konkurrierender Umlaufmittel, 1. Aufl. Tübingen 1977.

Jetzt wieder erhältlich bei Buchausgabe.de

 

Hier schon einmal aktuell zur erfreulichen Neuauflage die Stimme des begeisterten Lesers Frank Schäffler:

 

 

9. Mai 2012

 

Anlagemetalle Aachen zur aktuellen Krise im Geldsystem sowie Edelmetalle als Vermögens- und Krisenvorsorge

 

Martin Weinberg im Gespräch

 

Zwei jungen Befürwortern einer marktwirtschaftlichen Geldordnung von der kleinen aber feinen "Partei der Vernunft", die sich freies Marktgeld als Fundament einer freiheitlichen Gesellschaftsordnung – anstelle ethisch defektem und inflationären staatlichen Zwangsgeldes – auf die Fahnen geschrieben haben stand der renommierte Aachener Edelmetallhändler Martin Weinberg unlängst bei ihrem Einkauf spontan für ein Interview vor der Kamera zur Verfügung. Mehr zur aktuellen Entwicklung der Rohstoffmärkte im allgemeinen und des Edelmetallsektors erfahren Sie bei der 2. Stuttgarter Rohstoffkonferenz am Freitag, 22. Juni 2012, im Hotel Le Méridien Stuttgart und wie immer jeden Mittwoch und Samstag bei unseren Freunden von der Metallwoche!